Johann Ludwig Schneller

15. Januar 1820 Erpfingen
18. Oktober 1896 Jerusalem

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Johann Ludwig Schneller / Lehrer – Pädagoge – Missionar

Sonderausstellung zum 200. Geburtstag

Gemeinsam mit den ev. Kirchengemeinden in Sonnenbühl und der ev. Landeskirche inWürttemberg präsentiert das Museum eine außergewöhnliche Retrospektive eines Visionärs und Menschenfreunds. Friede und Toleranz, Gemeinschaft unabhängig von Religion und Hautfarbe. Heute aktueller denn je.
Im Januar 2020 jährte sich der Geburtstag Johann Ludwig Schnellers zum 200. Mal. Unterstützt vom Pfarrer und Lehrer seines Heimatortes Erpfingen, bestand er das Lehrer-Examen. Nach einigen Schulstellen im Württembergischen wurde Schneller von Christian Friedrich Spittler nach Basel als Hausvater nach St. Chrischona berufen. 1854 zog er in dessen Auftrag nach Jerusalem und leitete dort ab 1860 das Syrische Waisenhaus. Es wurde sein Lebenswerk.
Diese Einrichtung sollte die Größte im gesamten Osmanischen Reich werden. Bis heute bestehen die Schnellerschulen im Nahen Osten und führen sein Motto zur Erziehung für Frieden und Toleranz weiter.

Johann Ludwig Schneller:  Pädagoge und Missionar

Johann Ludwig Schneller wurde 1820 in Erpfingen geboren. Er wuchs dort auf und besuchte neben der Schule die Kinderstunde von Mathes Christian.
Bei ihm lernte Schneller Gottes Wort kennen. Dies hatte prägenden Einfluss auf sein weiteres Leben.
 
Nach seiner Ausbildung arbeitete er als Lehrer an verschiedenen Schulen, bis er über die Basler Mission 1854 mit seiner Frau Magdalena nach Jerusalem kam, um zu missionieren.
Dort gründeten sie am 10. November 1860 eine Schule für Waisenkinder. Es bekam den Namen „Syrisches Waisenhaus“, weil die meisten Kinder aus Syrien kamen.
Anfangs fehlte es an allem. Die Kinder schliefen auf dem Boden, der mit einer Strohmatte bedeckt war.

Das Ziel der Schule war eine Kombination aus Schul- und Handwerksausbildung im Rahmen eines Internates und einer Tagesschule. Die religiöse Erziehung gehörte fest zum Unterricht.
Im Vorwort aus der Haus- und Dienstordnung für Angestellte (1930) hieß es:
„Das syrische Waisenhaus ist eine Missionsanstalt, die den armen Kindern des Heiligen Landes dienen will. Allen Mitarbeitern muss daher dieser Dienst an erster Stelle stehen. Dieser Dienst besteht darin, dass für die in der Anstalt aufgenommenen Kinder nach Leib und Seele gesorgt wird.“
 
Aus den Anfängen entwickelte sich eine Anlage, die zu einer der größten Bildungseinrichtungen des Nahen Ostens wurde und bis heute lebendig ist. Das Areal der Schule war größer als das gesamte Heimatdorf von Johann Ludwig Schneller.

Die Nachfolge-Schulen befinden sich im LIbanon und in Jordanien. Der Evangelische Verein für die Schneller-Schulen unterstützt die Arbeit.
Mehr Informationen finden Sie unter ems-online.org.